Produktive Unruhe
21.5.-26.7.26 / Kunsthaus Dresden

Lehmarchitektur (generic- wall-architectur made of earth and wood)
in collaboration with: Tommaso Petrucci, Moritz Birke
2026
2,30 m x 5m × 7,90 m, Clay wall, plywood, reed mat
Part of Holzapfel’s coming of age involved overcoming the East-West demarcation line of the Cold War, the memory of which fades so quickly today. Alongside the political upheavals, an aesthetic transformation also took place, which can be understood as a second postmodernism. In his work, Olaf Holzapfel is interested in borders, border spaces, dividing lines—and the interior spaces they enclose.
His expansive, site-specific work “– the space that never existed” was developed by Holzapfel specifically for the exhibition “Productive Unrest.” The work consists of a vaulted clay architecture developed in several stages—arising from the forms of generative spaces, while simultaneously telling the story of the timeless craft traditions of clay construction. The object, which is as much sculpture as it is architecture, unites apparent contradictions within itself: the curved forms of high-tech architecture, realized using a wood and clay technology that is almost as old as humanity itself.
The work “The Space That Never Was” can also be understood as a tribute to the regional cultural scene and representatives of Dresden’s postwar modernism. Holzapfel, who in many of his installations engages with regional “techniques of the land”—that is, survival technologies born from the natural resources of one’s own environment—draws here on local knowledge as a source of inspiration and a driving force for artistic practice. The timelessness of clay as a material symbolizes the careful use of resources. It also reflects a deep respect for a generation of cosmopolitan-minded artists—mostly based in Dresden—who refused to be swayed by the narrowing dialectics of Cold War terminology.
With the works on display here by Hermann Glöckner, Gerda Lepke, A. R. Penck, Hanns Schimansky, Ruth Wolf-Rehfeldt, and Leoni Wirth, Olaf Holzapfel has selected artists who steadfastly maintain that human observation and experience of nature, and at the same time the development of constructive modern forms, are linked to this very experience.
Kunsthaus Dresden – robotron-Kantine
Produktive Unruhe
Kunst, Publikum und Alternativkultur im Spannungsfeld der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in den 80er Jahren
21.5.— 26.7.26
Eröffnung: Mi, 20.5.26 ab 18 Uhr
Mit Werken von Bernd Bankroth, Falko Behrendt, Sibylle Bergemann, Christian Borchert, Anna Bromley, Klaus Dennhardt, Michael Freudenberg, Freunde der Italienischen Oper, Reinhard Dietrich, Manuel Frolik, Hubertus Giebe, Hermann Glöckner, Dieter Goltzsche, Eberhard Göschel, Hans-Hendrik Grimmling, Herta Günther, Angela Hampel, Andreas Hegewald, Christian Heinze, Christine Heitmann, Ernst Hirsch / Gartenfest Heinz Wittig, Olaf Holzapfel, Wilhelm Klotzek, Sylvie Kürsten, Gerda Lepke, Werner Lieberknecht, Peter Makolies, Yana Milev, Henrike Naumann, Helga Paris, A. R. Penck, Johannes Peschel, David Polzin, Günther Rechn, Núria Quevedo, Ruth Wolf-Rehfehldt, Jürgen Schieferdecker, Hanns Schimansky, Werner Schinko, Jürgen Schön, Luise Schröder, Klaus Schwabe, Sabine Slatosch, Wolfgang Smy, Erika Stürmer-Alex, Ulrich Tarlatt, Alfred Thiele, Max Uhlig, Norbert Wagenbrett, Arnold Walter, Suse Weber, Claus Weidensdorfer, Horst Weisse, Olav Westphalen, Leoni Wirth, Karla Woisnitza, Ruth Wolf-Rehfehldt, Willy Wolff, Ulrich Wüst, Fotis Zaprasis
Mit einem künstlerischen Zeitzeug*innenprojekt von Sylvie Kürsten mit Susanne Altmann, Michael Freudenberg, Hubertus Giebe ,Prof. Dr. Bernd Lindner, Yana Milev, Peter Segor, Sabine Slatosch
Die 1980er Jahre waren auch in Dresden eine bewegte unruhige Zeit, voller Widersprüche, Auseinandersetzungen und Neuanfänge. Welche Ausdrucksformen konnten sich durchsetzen und welche neuen Beziehungen entstanden zwischen Kunst und Publikum diesseits und jenseits staatlicher Lenkung? Die Ausstellung „Produktive Unruhe“ nimmt ausgewählte Positionen der Kunst, der Fotografie und der Alternativkultur dieser Zeit als Resonanzraum sich anbahnender gesellschaftlicher Veränderungen in den Blick. Den Ausgangspunkt bilden die IX. und X. Kunstausstellung als größte und meistbesuchte Überblicksausstellung der DDR, in denen sich bereits die Vielfalt des damaligen künstlerischen Wirkens abbildet, aber auch ausgewählte Positionen einer Alternativkultur, die zu diesem Zeitpunkt bereits eigene Wege jenseits der staatlich gelenkten Bahnen sucht und findet.Die gemeinsam entwickelte Ausstellung bietet Einblicke in diese besondere Zeit, überwiegend anhand der grafischen Sammlungsbestände des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK), die 1991 nach der Auflösung des ZfK dem ifa – Institut für Auslandsbeziehungen übertragen wurden. Im selben Jahr entstand auch das Kunsthaus Dresden als Nachfolgeinrichtung der ehemaligen Dresdner Außenstelle des ZfK und heutige städtische Galerie für Gegenwartskunst.
Gleich mehrere künstlerische Neuproduktionen eröffnen – zum Teil auch in Auseinandersetzungmit der eigenen Familienbiografie – den Dialog zwischen den Generationen in dieser Ausstellung mit Werken und Leihgaben von insgesamt mehr als 50 Künstler*innen.
Auch der forschende Blick auf das Publikum von damals, seine Interaktion mit der Kunst damals wie heute hier, und das historische dokumentarische Material verweben Perspektiven der Gegenwart und der Vergangenheit miteinander und schlagen eine Brücke zu den Menschen und der Atmosphäre der 8oer Jahre in einem Land in Unruhe.
Eine gemeinsame Ausstellung des Kunsthauses Dresden und dem ifa-Institut für Auslandsbeziehungen in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung. Zu den weiteren Partnern zählen der Kunstfonds / Staatliche Kunstsammlungen Dresden und Art in Networks – ein Forschungsprojekt der Professur für Bildwissenschaft und Kunstgeschichte der TU Dresden.
Kuratiert von Susanne Weiß und Christiane Mennicke-Schwarz begleitet durch Sylvie Kürsten, Robert Thiele, Julianne Csapo. Mit Dank für wichtige Hinweise und Zusammenarbeit an: Silke Wagler, Prof. Dr. Bernd Lindner, Olaf Holzapfel, Luise Schröder. Archivarbeit: Janine Wagler, Dr. Swantje Greve. Ausstellungsarchitektur lfm2 Leipzig.
https://kunst-haus-dresden.de/programm/ausstellungen/produktive-unruhe