Bilderkosmos III
23.4.26-22.4.27 / Museum der Bildende Künste Leipzig
Mit u.a. / including: Karl-Heinz Adler, Irmgard Horlbeck-Kappler, Max Beckmann, Giorgio De Chirico, Karl Hofer, Otto Mueller, Max Pechstein, Max Schwimmer, Wilhelm Lehmbruck, Ernesto de Fiori, Harry Blumes, Wolfgang Peukers, Rineke Dijkstra, Harry Hachmeister, Olaf Holzapfel, Neo Rauch, Henriette Grahnert, Franziska Holstein, David Schnell, Matthias Weischer, André Butzer, Adrian Ghenie, Katharina Grosse, Karolina Jabłońska, Cornelia Schleime.
Das MdbK präsentiert im dritten Obergeschoss auf rund 1000qm die moderne und zeitgenössische Kunst. Bilderkosmos #3 ist, anders als seine beiden Vorgänger, gattungsübergreifend angelegt: Grafik und Fotografie – die in der Sammlungspräsentation bislang kaum zu sehen waren – werden im dreimonatigen Wechsel integriert. Auch sind lange nicht gezeigte Werke, zum Beispiel von Karl-Heinz Adler oder Irmgard Horlbeck-Kappler, sowie jüngste Neuerwerbungen und Schenkungen von Gemälden des 20. und 21. Jahrhunderts erstmals zu sehen.
Der chronologisch angelegte Rundgang startet mit herausragenden Werken des in Leipzig geborenen Max Beckmann. Beckmann bekannte sich zu Figuration und Narration und hegte eine Affinität zum Symbolischen und Mythologischen. An den Max Beckmann gewidmeten Raum knüpft die Präsentation der Kunst der Moderne an, die im MdbK mit herausragenden Einzelwerken vertreten ist, darunter Gemälde von Giorgio De Chirico, Karl Hofer, Otto Mueller, Max Pechstein und Max Schwimmer sowie Skulpturen von Wilhelm Lehmbruck und Ernesto de Fiori. Die Auswahl spiegelt die expressiven, neusachlichen und metaphysischen Tendenzen der 1910er bis 1940er Jahre wider. Sie macht zugleich die ungleiche Verteilung der Geschlechter im Sammlungsbestand des MdbK deutlich: Der Fokus liegt auf weiblichen Portrait- und Aktdarstellungen, die – mit einer Ausnahme – von Künstlern und damit aus einer männlichen Perspektive geschaffen wurden. Mit Harry Blumes Gruppenporträt Leipziger Künstler (1961) und Wolfgang Peukers Bildnis meiner Frau (1988) erfolgt ein zeitlicher Sprung in die erste und zweite Generation der sogenannten Leipziger Schule. Diese beiden Gemälde knüpfen formal und motivisch an die Kunst der Moderne an und die etablierten Rollenbilder an.
Sieben der zehn Räume des Bilderkosmos #3 sind der Kunst der DDR gewidmet. Gezeigt werden ihre Vielfalt, aber auch ihr Ringen mit den politischen Verhältnissen und die Verortung inmitten des Kalten Krieges. Die Kunst der DDR ist von Ambivalenzen und Widersprüchen durchdrungen, die in einzelnen Themenräumen aufgefächert werden. Diese umkreisen die Aspekte Arbeit und Identität, industrieller Aufschwung und Umweltzerstörung, Geschlechterrollen und -tausch, internationale Verflechtungen und sich abseits des Bitterfelder Weges etablierende geometrische Abstraktionen. In diese Präsentationen sind mit einzelnen Positionen des 21. Jahrhunderts Sprünge in die unmittelbare Gegenwart eingebettet. So wird mit Werken unter anderem von Rineke Dijkstra, Harry Hachmeister und Olaf Holzapfel die in der DDR entstandene Kunst in ihrer fortwirkenden Aktualität erfahrbar.
Vollends breitet sich die zeitgenössische Kunst in der zentralen Mittelhalle des 3. Obergeschosses aus. Die lokale Szene, vertreten durch ehemalige Professoren und Student*innen der Hochschule für Graphik und Buchkunst (HGB) in Leipzig, darunter Neo Rauch, Henriette Grahnert, Franziska Holstein, David Schnell und Matthias Weischer, wird in dialogischen Setzungen um Positionen erweitert, die über Leipzig hinausweisen und die nationale wie internationale Vernetzung der Künste betonen. Zu sehen sind Werke von André Butzer, Adrian Ghenie, Katharina Grosse, Karolina Jabłońska und Cornelia Schleime.